Archives for the month of: December, 2012

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Künstler

“Wintersonne zwischen den Jahren” (2012) Ostfriesland,
von Ebi de Boer.

Als “Rauhnächte” gelten in einigen Regionen des  europäischen Raumes  Nächte um den Jahreswechsel, die Zeit der Wiedergeburt des Lichts.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Versilia-Art

“Winter Sun between the years” (2012,) Versilia, by Ebi de Boer.

Vermutlich entstammen diese Tage aus dem Unterschied in der Kalenderrechnung  nach einem Mondjahr und dem Sonnenjahr. Dem Mondjahr fehlen elf Tage oder zwölf Nächte zum Sonnenkalender, die dann oft als Tage außer der Zeit eingesetzt wurden.

In vielen Mythologien öffnen sich in diesen Zwischenzeiten Grenzen zu anderen Welten. Die Welt der Ahnen, die Welt der Natur und die Welt der Zukunft werden zugänglich.

In der “Edda” waren die Raben Hugin und Munin auch sonst die Mittler zwischen Menschenwelt und Götterwelt.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Marmor

“Edda” (2012) Fine-Art Print of Marble Sculpture, both by Ebi de Boer.

In some regions of Europe, also in Ostfriesland, several nights are regarded as Rauhnächte “rough nights” around the turn of the year, close to time of the rebirth of the light. 

This old tradition probably originated from the difference between the calendar of a moon-year and a sun-year. The moon-year is missing eleven days or twelve nights to the sun-calendar, which were then often inserted as  days between the years.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Kunst

“Last Full Moon between the years” (2012) Versilia, by Ebi de Boer.

In many myths, boundaries to other worlds open up in these in-between-times. The world of the ancestors, the world of nature and the world of the future become accessible.

In the “Edda” the crows Hugin e Munin were the mediators between humans and the world of gods. These crows regularly served as mediators – not just during the Rauhnächte.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Fine-Art-Print

“Winter on the Beach” (2011) Versilia, by Ebi de Boer.

________
Ebi de Boer ist eine Künstlerin, die ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien, kreiert, (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland. Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer is an artist who makes her art in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

¥ ƒ

Advertisements

Obwohl wir alle aus demselben Urstoff bestehen, zeigt sich uns immer wieder die Unbegreiflichkeit der Energie, die das alles in Bewegung bringt oder gebracht hat. Und doch sind wir aus ihr gemacht und stehen ihr somit unwissend intuitiv sehr nahe. Künstler, wenn sie Glück haben, können dieses innerliche Ahnen manchmal an die Oberfläche bringen.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-arte-fine-art-print

“Auf den Wassern” (2012) Druck auf Metall von Ebi de Boer.

“Die Kunst geht über den Gegenstand hinaus, über den realen, so wie über den imaginären. Sie spielt mit den Dingen ein unwissend Spiel. So wie ein Kind im Spiel uns nachahmt, ahmen wir im Spiel den Kräften nach, die die Welt erschufen und erschaffen.”
– Felix Klee, “Paul Klee”

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Marmor-Natur

“Universe” (2005) Marmorplatte von Ebi de Boer.

Inmitten der Welt

Einst waren wir des Wissens kund

und reichten es von Mund zu Mund

Jetzt bleibt nur Ahnen von dem Grund

von dem so kleines Wesen staunt im Rund.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Kunst-Bronze-Skulptur

“Inmitten der Welt” (2010) Holzkalebasse mit Bronzehasen
von Ebi de Boer.

Although we are all of the same primary substance, the incomprehensibility of the energy which brings or brought this all in movement always arises again. And still we ourselves are made of it, and are thus unknowingly and intuitively very close to it. Artists, when they are fortunate, are sometimes able to bring this inner intuition to the surface.

“Art goes beyond the object, beyond the real as beyond the imaginary. It plays with things an unknown game. As a kid imitates us by playing, we are imitating, by playing, the forces which created the world and still do.”
– Felix Klee, “Paul Klee”

 

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-art-fine-art-print

“On the Waters” (2012) Print on Metal by Ebi de Boer.

Amidst the world

Of knowledge old, we were once aware

and passed along, from mouth to mouth

only an inkling remains now from the primal ground

where such a little being wonders ’round

j©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Bronze-skulptur

“Amidst the world” (2010, detail) Wooden Bowl with Bronze Rabbit by Ebi de Boer.

________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

wie grün sind Deine Blätter

________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

©-Ebi-de-Boer-Versilia-Beach-Beauties

“Letzte grüne Worte” (2012) aus der Sammlung von Ebi de Boer.

Die  Strände der Versilia, ein Landstrich der nördlichen Toscana, sind eine große Schatzkammer für meine prima materia, ein Stoff, mit dem ich in meiner Kunst arbeite.

Achtlos fortgeworfenes, das das Meer wieder anspült, seinem ursprünglichem Zweck entfremdet, neu formt durch Wellen und Wind, die ihr kapriziöses Spiel mit ihnen treiben.

Und sie dann zu dem machen, was sie nun sind:  Sein pur, ohne Nutzen, ohne Ziel, sinnlose Schönheit. Unbeachtet.

In speziellen Vitrinen präsentiert, ertrotzen sie sich wieder besonderes Sein, geben zum Staunen Anlaß.

Fernando Pessoa, ein portugiesischer Dichter, hat einmal seiner Verwunderung darüber Ausdruck verliehen, daß die Menschen Salat zu sich nehmen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, daß dies die ersten grünen Worte der Erde seien. An der Küste der Versilia findet man besonders um diese Zeit des Spätherbstes viele letzte Worte dieser Erde. Aus Rohmaterialien gewonnen, industriell oder durch Menschen Hand aufwendig zu nützlichen Gegenständen gefertigt, nutzlos geworden zurück in der Natur gelandet, wo sie ihre äußere Gestalt vollständig verändert haben, ohne Bezug zu ihrem ursprünglichen Sein, aber immer noch da, ein Sein.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Art-Versilia

“Beach Beauties” (1999) from “Intermezzo” art exhibition, Galerie Herold, Bremen

The beaches of the Versilia, a strip of land in northern tuscany, is the big treasury for my “prima materia,” some of the stuff I work with for my art.

Carelessly thrown away, then washed up again by the sea, estranged from it’s original purpose, formed anew by wind and waves, which play their capricious game with them. And they are re-made that, which they are now: a pure being, without utility, without a purpose, senseless beauty. Unseen.

Presented in special glass cabinets or showcases, they obtain again a particular being, and inspire awe.

Ferdinand Pessoa, a Portuguese writer, expressed his astonishment about the fact, that people eat salad, without being aware, that these are the first green words of the earth. At the coast of the Versilia a lot of the last words of the earth can be found, specially at this time of the year, late autumn. Originally made from raw material, industrially  or by man’s hand manufactured into useful objects, and, once thrown away, becoming useless, given back to nature, where they change their exterior completely, without concern to their original being, but still there, a being.

©-Ebi-de-Boer-Kunst-Versilia-Beauties

“Settimo Cielo” (1992) Ausstellung in Piano di Mommio

________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

¥

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Marble-Sculpture

“Traumes Augenblick” (2007) in private collection.

“Als Sein ein Glück,
bin ich schönen Traumes Augenblick,
verweil als Stein nur dessen Zeit,
flieg weiter dann ins Himmelweit.”

“In being I am happy, a beautiful dream’s blink of an eye…”

Sternenstaub ist die prima materia unseres Daseins, von uns allen und allem. Alles, was ist, ist daraus gemacht, materialisiert sich auf wundersamste Weise und verfällt irgendwann wieder in seine Elementarteilchen. Gibt es eine Idee dahinter, einen Traum?

Stardust is the “prima materia” of our being, of us all and everything. Everything, which is, is made of it, materialized itself in a wondrous way and falls apart into its elementary particles some time. Is there an idea behind it, a dream?

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Kunst-Skulpture“Ein Mensch, ein Ding, ein Traum” (Detail, 2000) in collaboration with Kurt Schwager, in the collection of Il Casone, Piano di Mommio, Tuscany.

Wir sind aus solchem Stoff…  wie das zu Träumen…und Träume schlagen oft die Augen auf… als Gras im Wind… und Woge im Meer… sind Berg und Tal… jetzt Stein…sind Korn und Vogel… erst Larve dann Käfer… sind der Hund… und die Katze mit Fisch… sind Mann und Frau und Kind… mit Lachen und Weinen…ein Tanz von den Sternen…  in leuchtendem Licht… sind all das und sind eins… gemacht aus diesem Stoff… wie das zu Träumen…  ist es in uns und wir in ihm… und haben immer Leben.

©-Ebi-de-Boer-Skulpture-Poesie

“Ein Mensch, ein Ding, ein Traum” (Detail, 2000) in collaboration with Kurt Schwager, in the collection of Il Casone, Piano di Mommio, Tuscany.

We are made of this stuff as dreams are made of … and dreams oft open their eyes… as grass in the wind… and a swell in the sea…they are mountain and valley…  now stone… they are kernel and bird…first larva then bug… they are a dog… and the cat with a fish… they are man and wife and child… laughing and weeping… a dance of the stars… in luminous light… they are this all and are one… made of this stuff as dreams are made of – it is in us and we in it…  and have a life forever.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Kunstdruck-Poesie

“Wie das zu Träumen” (2011) on display at Al Halabi’s Praxis, in Emden, Germany.

_______

Ebi de Boer ist eine Künstlerin, die ihre Kunst  in Poesie und Skulptur in Pietrasanta, Italien, (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland kreiert. Besuchen Sie ihre Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer is an artist who makes her art, in poetry and sculpture, in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

µ ≤ ƒ

©-Ebi-de-Boer-Kunst-Carrara-Marmor

Auf Marmorstein landen meine Gedanken und Poesie oder andere Zitate zu den Fragen des Seins; mit Hammer und Meißel in den Stein geschlagen, oder in ihn gefräst.

Die Steine selbst sind zumeist gefunden in den Flüßchen Sera und Vezza, die sich in dem Städtchen Seravezza, eine Ortschaft der nördlichen Toscana, am Fuße des Appenin vereinigen.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-carrara-marble

In den Bergen des Appenin sind sie auch ursprünglich entstanden, metamorphes Gestein, zu irgend Zeiten in den unzähligen Steinbrüchen dort gebrochen, gesägt und verarbeitet in den Fabriken rund um Pietrasanta und Carrara.

©KVO-Carrara-marble-Als Reststücke sind sie dann in den Flüssen gelandet, wo die ständige Bewegung des eisenhaltigen Wassers und  die Sonne ihr Übriges an Formgestaltung und Patina geleistet haben.

©Ebi-de-Boer-Carrara-marble

Als Schrift- und Bildträger dienen aber ebenso Kugeln, Quader oder Platten, die in den Handwerksbetrieben rund um die Gegend von Pietrasanta angefertigt werden.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Kunst

“Edda” (2008) Private collection

On marble stone my thoughts, poetry and other citations to the questions of being land, written on it with hammer and chisel or by a little machine.

The stones themselves are mostly found in the rivers Sera and Vezza, which merge in the little town of Seravezza, a place in the north of tuscany, at the foot of the appenines.

Marble, a metamorphic stone, rose up In the mountains of the Apuan Alps. There they are over time broken in the countless marble quarries, sawed up and refined in the marble studios ’round Pietrasanta. The left-over debris lands in the rivers, where the constant movement of the ferrous water and the sun contribute their part on their shape and patina.

Spheres, cubes and plates also serve as writing surfaces for my writing and image-making. These are produced in the marble studios in and around Pietrasanta.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-art-marble

“Universes (Series)” (2010) Private collections

________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

µ ¥

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Versilia-Natur

In der nördlichen Toskana habe ich nun für meine Kunst das El Dorado gefunden, eine Schatzkammer voll von Gestrandetem, Angespültem, achtlos Fortgeworfenem, mit dem die Natur ihr kapriziöses Spiel getrieben hat. Verzaubert durch erhaltene Sinnlosigkeit, zweckentfremdet, nur noch Ästhetik pur.

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Senseless-Beauty-Versilia

“Das Kleinste schmeckt mir nach Unwirklichem. Das Nutzlose ist schön, weil es weniger wirklich ist, als das Nützliche, das sich fortsetzt und verlängert, während das belanglos Wunderbare, das unendlich kleine Glorreiche bleibt,wo es ist, nicht mehr ist, als es ist und befreit und unabhängig lebt. Das Nutzlose und das Belanglose eröffnen in unserem wirklichen Leben Zwischenräume einer demütigen Statik.”
 – aus dem “Buch der Unruhe” von Ferdinand Pessoa

©Ebi-de-Boer-Pietrasanta-Scultura

 “Slight things smack to me of unreality. The useless is beautiful because it’s less real than the useful, which continues and extends, whereas the marvelously futile and the gloriously minuscule stay where and as they are, living freely and independently. The useless and the futile open up humbly aesthetic interludes in our real lives.”
– from the “Book of Disquiet” by Ferdinand Pessoa

©Ebi-de-Boer-Natur-Pietrasanta

“und wissen nicht, wie schön sie sind” (2011)
Art Print, by Ebi de Boer.

 ________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

¥

©Ebi-de-Boer-Ostfriesland-sculpture

Die ostfriesische Landschaft in ihrer Spärlichkeit, den eingedeichten grünen Weiden, dem geheimnisvollen Wattenmeer und den unendlichen Himmeln, die immer wieder von hunderttausenden von Zugvögeln bevölkert sind, ist der Ausgangspunkt für staunendes Sehen.

©Ebi-de-Boer-Ostfriesland-Natur-Watt

In all der Weite wird ein Strauch bedeutend, in einer Nebelwelt ein Phantasma.

©Ebi-de-Boer-Ostfriesland-Kunst

Nordsee von Rainer Maria Rilke

I

Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt,

und alles wird auf allen Seiten gleich;

die kleine Insel draußen aber hat

die Augen zu; verwirrend kreist der Deich

um ihre Wohner, die in einen Schlaf

geboren werden, drin sie viele Welten

verwechseln, schweigend; denn sie reden selten,

und jeder Satz ist wie ein Epitaph

für etwas Angeschwemmtes, Unbekanntes,

das unerklärt zu ihnen kommt und bleibt.

Und so ist alles was ihr Blick beschreibt

von Kindheit an: nicht auf sie Angewandtes,

zu Großes, Rücksichtsloses, Hergesandtes,

das ihre Einsamkeit noch übertreibt.

©Ebi-de-Boer-Nordsee

II

Als läge er in einem Krater-Kreise

auf einem Mond: ist jeder Hof umdämmt,

und drin die Gärten sind auf gleiche Weise

gekleidet und wie Waisen gleich gekämmt

von jenem Sturm, der sie so rauh erzieht

und tagelang sie bange macht mit Toden.

Dann sitzt man in den Häusern drin und sieht

in schiefen Spiegeln was auf den Kommoden

Seltsames steht. Und einer von den Söhnen

tritt abends vor die Tür und zieht ein Tönen

aus der Harmonika wie Weinen weich;

so hörte ers in einem fremden Hafen -.

Und draußen formt sich eines von den Schafen

ganz groß, fast drohend, auf dem Außendeich.

©Ebi-de-Boer-Nordsee-Poesie

______

One of my favorite poems is from Rainer Maria Rilke:

The North Sea (“The Shallows”)

The next tide will erase the way through the mudflats,
and everything will be again equal on all sides;
but the small, far-out island already has its
eyes closed; bewildered, the dike draws a circle

around its inhabitants who were born
into a sleep in which many worlds
are silently confused, for they rarely speak,
and every phrase is like an epitaph

for something washed up on shore, unknown,
that inexplicably comes to them and remains.
And so it is, from childhood on, with everything

described in their gaze: things not applying to them,
too big, too merciless, sent back too many times,
which exaggerates even more their aloneness.

©Ebi-de-Boer-Ostfriesland-Deich-Insel-Rilke

________
Ebi de Boer schafft ihre Kunst  in Pietrasanta, Italien (eine kleine Stadt in der Versilia, die für ihre  Marmorwerkstätten und Bronzegießereien bekannt ist) und in Ostfriesland, an der Nordsee, in Deutschland.
Besuchen Sie ihre  Webseite unter ebideboer.net

Ebi de Boer makes her art  in Pietrasanta, Italy (a charming town in the Versilia known for its art marble laboratories and bronze foundries) and in Ostfriesland, at the North Sea, in Germany.
Visit her website, ebideboer.net

¥